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GothAM Festival
10.3.2001
Amsterdam
NL

(c) Orkus 2001
Vero Forest

    ork120.JPG (153233 Byte)

On Stage
GothAm Festival

Samstag, der 10. März 2001, sollte ein denkwürdiger Tag für die holländische Gothic-Szene werden: das erste GothAm ( GOTHic AmsterdaM) Festival öffnete seine Pforten. Inspiriert von Mojca Zugna und Ronny Moorings ( beide Clan of Xymox), fand im Paradiso ( einer ausgedienten Kirche) ein Event aus Live-Musik, DJ's ( aus dem Slimelight, Stahlwerk, Korsakoff und Cyberia), Shops, Modenschauen und Live-Piercing statt. Ronny dazu: "Amsterdam sollte einfach mal wieder auf die musikalische Cyber- Gothic- Darkwave- EBM- Industrial- Landkarte rücken. Fast jede Tour von interessanten Bands führt an Amsterdam vorbei, und das, obwohl die Szene permanent wächst. GothAM soll dabei nicht nur eine Plattform für bekannte Acts sein, sondern auch und gerade den Nachwuchs fördern." Und diesem Anspruch konnte GothAM mehr als nur gerecht werden. Über 1200 Leute ließen das Paradiso aus den Nähten platzen, und die Sprachvielfalt im Publikum deutete eher auf ein europäisches denn ein Amsterdamer Festival hin.
Grendel aus Amsterdam eröffneten das Festival auf der kleinen Bühne im zweiten Stock und sorgten mit ihrer gelungenen Show und ihren harten Industrial/ Electrosounds gleich für die ersten Tanzstunden. Wenn sich alle niederländischen Newcomer dermaßen überzeugend zu präsentieren wissen, liegt hier die Zukunft des europäischen Gothic. Nach einer kurzen Pause betraten Sophya aus Israel ( wobei sie nunmehr wohl in Amsterdam leben) die Bühne. Wirkte die Band anfangs noch etwas nervös, legten die Musiker dies schnell ab, und spätestens als Sängerin Sonia beim zweiten Titel die Bühne betrat, staunten die knapp 400 Personen im kleinen Saal nicht schlecht, mit welcher Souveränität das Quartett das Publikum fesselte. Klingt ihr Debut-Album hier und da noch ein wenig nach den frühen Faith and the Muse, konnten sich Sophya mit diesem Set als eigenständige Formation behaupten. Übergangslos ging es ein Stockwerk tiefer - im großen Saal- mit VNV Nation weiter. Ohne Zweifel konnte sich das Duo als "Kings of Electro" behaupten, obschon die Animationsversuche des Sängers Ronan, die Zuhörerschaft zum ekstatischen Rave zu bewegen, manchmal etwas deplaziert schienen. Doch wen stört's, wenn neben allen erwarteten und erhofften Hits auch noch eine brillante Lichtshow geliefert wird. Viel Zeit blieb nicht, um nach dem letzten VNV Nation-Song wieder nach oben zu eilen und den Rest des Auftritts von Angels and Agony mitzubekommen. Diese verknüpfen Electro-Beats mit Gitarren, was sie auch live gut umzusetzen wussten. Ihre Bühnenpräsenz wirkte jedoch ein wenig künstlich, Und es gelang ihnen leider nicht, den Funken auf's Publikum überspringen zu lassen. Hier aber von einem Ausfall zu reden, entspräche dann auch nicht den Tatsachen. Also wieder nach unten- zwischendurch kurz durch die Shopping-Meile schlendern, und dann schließlich und endlich der erste Main-Act des Abends: Clan of Xymox- die bei ihrem Heimspiel auch gleich an den Keyboards (Denise) und der Gitarre (Paul) zwei neue Mitglieder vorstellen konnten. Wer Clan of Xymox jemals live gesehen hat, weiß um die Faszination, die diese Band zu verbreiten vermag. Sie boten ein mehr als gelungenes Set aus alten und neuen Hits, bei dem es an nichts fehlen sollte. Ein Rundum-Sorglos-Paket. Das die Holländer trotz der Doppelbelastung als Co-Headliner und Festivalorganisator dabei auch elegante Sicherheit ausstrahlten, spricht für ihre Professionalität. Das Ansinnen, auf schnellstem Wege wieder nach oben zu huschen und Perfidious Words zu begutachten, wurde allerdings durch ein lautes "Hallo, Du auch hier?" unterbrochen, und als die spontane ( und viel zu langatmige) Begrüßungssession beendet war, verließ die Band gerade die Bühne. Den zufriedenen Gesichtern der Besucher nach zu urteilen, muss die Show aber gut gewesen sein. Also gleich wieder nach unten. Was so leicht gesagt ist, gestaltete sich übrigens angesichts des permanenten Menschenstroms auf den Treppen gar nicht so einfach. Nun war es an der Zeit für Das Ich, die das Festival abschließen sollten ( bevor bis knapp 5.30 Uhr sich die DJ's ins Zeug legten). Wer bei diesem Gig still stehen bleiben konnte, muss taub und blind gewesen sein. Mit ihrem futuristischen Bühnenoutfit und -aufbau faszinierten Das Ich von der ersten Sekunde an. Ihre harten elektronischen Sounds, nur übertroffen durch die Präsenz des Sängers Stefan, hallten wie der Zorn Gottes durch den brechend gefüllten Raum. War vorhin noch von "Kings of Electro" die Rede gewesen, so waren hier die Cäsaren am Werk. Was immer "Zugabe" auf holländisch heißt, das Publikum hörte nicht auf, es zu rufen. Ein gnadenlos guter Abend- was sogar die holländischen Medien so sahen, weshalb sie in Bild und Wort das Gothic- Revival in Holland verkündeten. Und damit nicht genug: GothAm 2 findet am 22. September statt- mehr dazu in den folgenden Ausgaben oder unter
http://www.gotham.nl  

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