
Creatures![]() |
| ... die Orkus- Platte
des Monats
Auch mit dem achten Album bleibt Ronny Moorings,
kreativer Kopf hinter Clan of Xymox, seinem Grundsatz treu, keine seiner
Platten wie die anderen klingen zu lassen. Doch im Gegensatz zu der Zeit,
als der Niederländer viele Fans der ersten Stunde mit einer Mixtur aus
Techno, Pop und Wave verschreckte, wird es diesmal bei allen Freunden der
beiden 4AD- Werke deswegen mit Sicherheit keine langen Gesichter geben.
Dennoch sind die Unterschiede zum Vorgänger , der vor knapp zwei Jahren
stilistisch and die Ursprünge wieder anschloss, geradezu frappierend.
Synthetische Popstrukturen grüßen auf "Creatures" zwischen
kantiger Elektronik, mächtigeren Keyboards und ausgeprägteren Gitarren
allenfalls aus der Ferne. Das Arrangement ist um Längen düsterer und die
Produktion um soviel wuchtiger, dass "Hidden Faces" dagegen-
trotz seiner Klasse- beinahe schon ein wenig kraftlos wirkt. Schade
allenfalls, dass sich die meisten der elf Stücke- abgesehen vom Opener
"Jasmine & Rose"), der zunächst mit einer "First And
Last And Always"- Gitarre überrascht und sich anschließend zu einem
and Dynamik kaum zu überbietenden Monsterhit mausert- im Mid- Tempo-
Bereich und darunter bewegen. So läuft "Creatures" insbesondere
mit elegischen Balladen wie "Consolation" und "All I Have"
zu bestechender Hochform auf, während der eine oder andere Titel die
melodische Eingängigkeit auch schon mal vermissen lässt, was die
ausdrucksstarke Gesamtatmosphäre aber geschickt aufzufangen weiß.
Bemerkenswert zudem das erweiterte Gesangsspektrum, das Ronny von Zeit zu
Zeit in bisher unerreicht tiefe Stimmregionen führt. Als Musterbeispiel
für die "neuen" Clan of Xymox mag aber das bombastische "Waterfont"
herhalten, das mit wütenden Electro- Rhythmen, ekstatischen
Gitarrenläufen und dem gewohnt leidenschaftlichen Gesang ein absolut
authentisches, von aufgesetzten Klischees gänzlich unberührtes Gefühl
von Schmerz und Verzweiflung freisetzt. Qualität, die sich durchsetzen
wird..... Was haben die Sisters Of Mercy, The Cure und Fields
Of The Nephilim gemeinsam? Richtig, ihre beste Zeit ist scheinbar vorbei.
Zum Glück sind Clan of Xymox wieder aktiv. "Creatures", das
neue exzellente Album der holländischen Wave- Legende, erfüllt den
Wunsch nach düsterer, melancholischer Unterhaltung auf perfekte Art und
Weise. Gleich der erste Song "Jasmine & Rose" entpuppt sich
als treibender Gothic- Rock- Song. Angereichert mit tiefem Gesang, werden
Erinnerungen an das beste The Sisters Of Mercy- Album "First And Last
And Always" geweckt. Perfekt! Allerdings wird nicht mit weiteren
Höhepunkten gegeizt. "Consolation" ist so tieftraurig, dass man
die Schmerzen von Mastermind Ronny Moorings fast selbst spürt. Die elf
Titel von "Creatures" schein nahtlos ineinander überzufließen.
Wunderschöne Dark- Pop- Songs erzählen Geschichten von Libe und Leid.
Endlich wieder ein Werk, in dem man sich hoffnungslos verlieren kann.
"Creatures" ist deshalb die mit Abstand beste Dark- Wave- Platte
der letzten zwei Jahre!
Das
nunmehr vierte Album der Niederländer verspricht, wieder ein echter Wave/Gothic-
Knaller zu werden! Nach ihrem Comeback 1997 (mit ihrem dritten Album 'Hidden
Faces') und zwei Jahren voller Auftritte waren Clan Of Xymox nun in den
Woodbine Studios, um mit Produzent John A. Rivers 'Creatures' aufzunehmen.
Den Ausflug in Pop- und Dancebereiche haben sie ( zum Glück) beendet, und
so klingt 'Creatures' wieder wie ganz früher: melodischer Wave/Gothic
zwischen Elektronik und Gitarre. Vergleiche mit anderen großen Bands wie
z. B. mit den Sisters Of Mercy ( beim Opener 'Jasmine & Rose') oder
mit The Cure (bei 'Waterfont') sind durchaus gerechtfertigt, schmälern
jedoch keineswegs die Qualität der Musik. Man kann Sänger und Frontmann
Ronny Moorings zu diesem Album einfach nur gratulieren!
Viel
Mut beweisen Clan Of Xymox auch nach 16 Jahren Bandgeschichte nicht, womit
sie traurigerweise im Bereich Gitarrenwave auch nicht alleine sind.
Traditionelle Songstrukturen, die, gelagert auf einen sphärisch-düsteren
Grundtonteppich, angereichert mit dem klassischen Electro- Gitarrenriff
und hie und da abgedriftet in verzerrte Alltagsgeräusche , pressen ein
stetig gleich geschminktes Gesicht ans Ohr- angenehm, aber nicht
überwältigend. Auf 'Creatures' vermisst man den Überraschungseffekt von
Song zu Song und besonders innerhalb der Stücke- zu aufdringlich ist die
Vorhersehbarkeit. Wenn Gesang zur bloßen Rezitation im Strophe- Refrain-
Prinzip verkümmert, fragt man sich, weshalb Clan Of Xymox ihre wahrhaft
stimmliche Eindringlichkeit nicht nutzen, um mir nun wirklich den Verstand
zu rauben. So allerdings bleibt 'Creatures' feucht glänzender Lack, der
in einigen Sequenzen besonders schön glänzt, jedoch nur einer
Handbewegung bedarf, um anderen Erinnerungen Platz zu schaffen.
Clan
Of Xymox
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