
English translations will be coming soon.
| Liberty |
| Fast zeitgleich zur Live-Platte nun,
eineinhalb Jahre nach dem letzten Longplayer "Creatures" , auch
noch eine neue Maxi-CD mit komplett frischem Material. Wer jedoch gemeint
hat, hier schon den Sound eines wohl für 2001 zu erwartenden Albums
abschätzen zu können, sieht sich getäuscht, denn Ronny läßt sich mit
vier recht unterschiedlichen Tracks, die jedoch fast alle deutlich mehr
Gothic- als Electro-Einflüsse aufweisen, nicht wirklich in die Karten
schauen. "Liberty" repräsentiert dabei am ehesten den Stil, den
Clan of Xymox erstmals auf "Creatures" geprägt haben:
schleppender Rhythmus, schwerer Bass, mehr düstere Stimmung als
melodische Eingängigkeit und Ronnys tiefer Gesang dazu. Wer Stücke wie
"Undermined" oder "Doubts" mag, wird "Liberty"
ganz sicher lieben. Der recht elektronische Mix von Greg Rule ist hingegen
wohl eher Geschmackssache, obwohl man ihm zugute halten muss, dass diese
Neubearbeitung endlich mal Mut zur Veränderung beweist. "Number
One" wiederum ist Gothic-Rock der feinsten Sorte wäre als Titeltrack
vielleicht passender gewesen, denn schnelles Tempo, perlende Gitarren,
pathetische Keyboards und eine packende Melodie zeichnen den zweiten Song
auf dieser Maxi aus. Bei "At Your Mercy" handelt es sich
schlussendlich um ein Juwel im klassischen Clan of Xymox-Stil, wobwi die
verträumte Wave-Atmosphäre durch das Wechselspiel zwischen Ronnys tiefer
Stimme in der Strophe und seinem hohen, wirklich herzzerreißend
melancholischen Gesang im Refrain einen zusätzlichen Reiz erfährt. Auch
wenn wohl mach einer an dieser Stelle gern ein paar Stücke mehr von den
Holländern gehört hätte, sollten drei sehr starke Tracks, mit denen
sich Clan of Xymox so vielschichtig wie selten zuvor präsentieren, die
Wartezeit auf das nächste Studioalbum doch erst mal erträglich
gestalten.
(c) Orkus 2000/ Dennis Wollnik Neben dem kongenialen Live-Doppelalbum
warten Ronny Moorings und Co. gleich mit einem komplett neun Streich
aus der Xymox-Torture-Chamber auf. "Liberty" heißt die neue
Maxi-CD, die den auf dem letzten Full-Time-Album "Creatures"
eingeschlagenen Weg logischerweise weiterverfolgt und zementiert. Der
gleichnamige Titeltrack ist eher ein Midtempo-Gothic-Rock-Song als ein
typischer Xymox-Wave-Knaller. Nichtsdestotrotz weiß das Lied auf Grund
sehr schöner Melodiebögen, dem filigranen Gitarrenspiel und Ronnys
Stimmkünsten voll und ganz zu überzeugen. "Number One" ist ein
bisher ebenfalls unveröffentlichtes Stückwelches in eine ähnliche Kerbe
schlägt wie "Liberty". "At Your Mercy", der dritte
Track auf dieser Maxi-CD, ist ein ruhigeres, besinnlicheres Werk, welches
perfekt mit den beiden anderen Songs harmoniert. Als Bonus gibt es noch
den "Greg Rule - Remix" von "Liberty",der Clan of
Xymox von einer eher elektronischeren Seite präsentiert. Alles in allem:
ein absolut gelungener Appetizer, der wirklich hungrig auf das hoffentlich
im Frühjahr 2001 erscheinende neue Album macht. |
| Live |
| Es hat tatsächlich noch gefehlt in der
nunmehr siebzehnjährigen Bandgeschichte, das erste offizielle Live-Album
von Clan of Xymox. Und da die Formation um Mastermind Ronny Moorings ihre
alten Hits bei Konzerten nie vernachlässigt und zudem stets Versionen
spielt, die den Albumfassungen sehr nahe kommen, kann man "Live"
auch gleich als erste richtige Best Of-Platte bezeichnen. Wer die
Holländer in den drei Jahren seit ihrem Comeback auf der Bühne gesehen
hat, dürfte sich das exquisite Tracklisting schon ausmalen können, das
einen hier auf zwei Silberscheiben erwartet (Stranger, A Day, Louise, Back
Door, Muscoviet Mosquito, This World, Jasmine & Rose plus zwölf
weitere Songs und zwei Live-Videos), denn mit diesem Set waren Ronny und
der Clan bereits mehrmals auf Tour. Nicht nur die Klangqualität ist dabei
erstklassig, auch der Aufnahmeort wurde mit Lateinamerika klug gewählt,
ziehen Clan of Xymox dort doch mal eben ein paar tausend Zuschauer auf
ihre Konzerte (was unter anderem dadurch zu erklären ist, dass sie
dortigen Eintrittspreise wesentlich billiger sind, als die für
Tonträger). So eine Kulisse, die unentwegt "Xymox, Xymox.."
skandiert, macht auf einer Live-CD dann in der Tat auch noch einiges her,
vom imposanten Cover-Motiv mit der überdimensionalen Bühne mal ganz zu
schweigen. Darum bleibt am Ende nur festzustellen: wer die Faszination von
Clan of Xymox bis heute weder erlebt noch verstanden hat, sollte mit
dieser Scheibe um eine Erfahrung reicher werden.
(c) Orkus 2000/Dennis Wollnik Album des Monats |
| Consolation |
Entgegen vorheriger Ankündigungen gibt es aus dem aktuellen Album "Creatures" nun also doch noch eine Single- Auskopplung, wobei als Titelstück nicht der Tanzflächenfüller " Jasmine and Rose" ausgewählt wurde, sondern die Ballade "Consolation". Der Grund dafür resultiert unter anderem aus dem Umstand, das in Amerika diese Maxi zur Radio- Promotion für die kürzlich absolvierte Tour verwendet wurde. "Consolation" ist daher dann auch gleich zweimal hier vertreten, bietet jedoch weder in der einen , noch in der anderen Ausführung bahnbrechend Neues: der "Full Mix" lässt so gut wie keine Unterschiede zur Albumversion erkennen, der "Radio Edit" wurde lediglich um eine Minute gekürzt. Anders verhält es sich da schon mit den beiden verbleibenden Stücken. Das bislang unveröffentlichte "Reason" weist mit seinen synthetischen Popstrukturen eher Parallelen zu der vorangegangenen Platte " Hidden Faces" auf (schimmert da in der Strophe nicht auch ein Hauch von Depeche Mode durch?), während "Jasmine and Rose" mit dem "Thorn Mix" von John Rivers im Vergleich zum Original (und zum nur in Übersee verwendeten "US Remix") noch eine Spür mächtiger daherkommt und demzufolge für den Clubeinsatz geradezu prädestiniert ist. (c) Orkus 2000/ Dennis Wollnik |