On Stage: Clan of Xymox16.05.1999 - "Stahlwerk", Düsseldorf |
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Für viele Fans der holländischen
Formation um Mastermind Ronny Moorings dürften die vergangenen zwei
Jahre ein wahres Freudenfest gewesen sein. Erst tauchten Clan Of Xymox
nach vierjähriger Funkstille aus der Versenkung auf und präsentierten
sich endlich wieder im ursprünglichen Wave- Gewand, dann kamen sie
sogar für eine Tour und diverse Einzelgigs nach Deutschland, wo sie
seit den späten 80er Jahre nicht mehr aufgetreten waren. Selbst wenn
die Hysterie in unseren Breitengraden nicht ganz das Ausmaß wie in
Mexico erreichte (siehe Orkus 5/99), auch die deutschen Anhänger
dankten es ihnen mit gut besuchten Clubs und reagierten ausgesprochen
enthusiastisch auf ihre mitreißenden Konzerte. Dabei ist die eher
statische Bühnenpräsenz des Quintetts alles andere als spektakulär.
Beobachtet man während der Show jedoch die andächtige Ergriffenheit
des Publikums, wird schnell klar: allein die Musik ruft die frenetischen
Beifallsbekundungen im Anschluss hervor, und das spricht zweifelsohne
für die Intensität der Darbietung. Im Rahmen der Tour zu ihrem
mittlerweile achten Album "Creatures" machten Clan Of Xymox
Mitte Mai auch im Düsseldorfer "Stahlwerk" Station, und diese
geradezu magische Verbindung zwischen Band und Auditorium sollte auch
hier wieder deutlich zu Tage treten. Fast zwei Stunden standen die
Niederländer dabei auf der Bühne, da man - abgesehen von einer
generellen Umstellung der einzelnen Songs - das bewährte Set aus neuen
Stücken und alten Klassikern, mit dem die fünf in den letzten zwei
Jahren schon mehrmals unterwegs gewesen sind, kaum verändert und um
vier Beiträge vom aktuellen Album erweitert hatte. Allein auf das von
Mojca gesungene "Hypocrite" wurde verzichtet, weil sie an
jenem Abend- wie Ronny mir später berichtete- von Kopfschmerzen geplagt
wurde. Nach einem kurzen Intro eröffnete "This World" die
Show, gefolgt von "Jasmine & Rose", dem Opener der neuen
Platte, der mit seiner Gitarrenarbeit und Ronnys tiefem Gesang eine
recht deutliche Assoziation zu den frühen Werken der Kultband The
Sisters Of Mercy weckte. Mit "A Day", "Stranger",
"Cry In The Wind", "Louise", "Michelle",
"Back Door" und "Muscovite Mosquito" durften die
herausragenden Hits der 4AD- Ära natürlich nicht fehlen, und die
Stücke "Craving", "Obsession" und "The Shore
Down Under" verdeutlichten, dass auch der Wave- Pop der Longplayer
"Twist Of Shadows" und "Phoenix" eine Entdeckung
allemal wert ist. Von aktuellen Werk "Creatures" wurden neben
"Jasmine & Rose" noch das Titelstück, "Consolation"
und "Taste Of Medicine" berücksichtigt, und nach "This
World" komplettierten schließlich "Out Of The Rain",
"Sing A Song", "The Story Ends" und die neue "Going
Round"- Version vom vorangegangenen Album "Hidden Faces"
die Setliste. Am Ende dieses rundherum gelungenen Abends erzählte mir
ein sichtlich zufriedener Ronny Moorings, dass man plane, im Laufe
dieses Jahres für weitere Konzerte nach Deutschland zu kommen, um mit
"Crucified" und "Waterfront" dann wohl noch mehr
Songs von "Creatures" zu Gehör zu bringen. Das Freudenfest
setzt sich demnach also unvermindert fort.... |